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Die Idee...
,,Denkmalschutz live" - so könnte man die Idee auf den Punkt bringen, die Jahr
für Jahr Millionen Bundesbürger auf die Beine bringt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Einmal im
Jahr Denkmale öffnen, sie durch Führungen und bunte Rahmenprogramme
,,erlebbar" machen. Nicht nur den hauptberuflich in der Denkmalpflege
Tätigen soll der Tag ein Forum bieten, Probleme und Erfolge ihrer Arbeit -
gerade in Zeiten knapper Kassen - vorzustellen und in der Bevölkerung für den
Denkmalschutz zu werben. Auch für die vielen privaten Eigentümer,
ehrenamtlichen Helfer und engagierten Vereine, die sich der Erhaltung
historischer Bauten und Stätten widmen, bietet das jährlich stattfindende
Ereignis eine hervorragende Gelegenheit, ihre Arbeit einmal der Öffentlichkeit
bekannt zu machen. Bekanntes einmal anders sehen - so könnte das
Motto lauten, an dem sich am Denkmaltag ein Großteil der Veranstaltungen
orientiert. In gebückter Haltung darf der Dachstuhl des nahegelegenen
Schlosses erforscht, auf dem Gelände des jüngst abgerissenen Gebäudes ein
archäologisches Grabungsfeld begutachtet werden. Der Besitzer eines mittelalterlichen
Hauses erläutert stolz die mühevollen Restaurierungsarbeiten der letzten Jahre.
Zeitzeugen lassen ein historisches Ereignis oder den früheren Alltag eines
Ortsteils wieder lebendig werden. Stätten der Erinnerung werden zu Stätten der
Begegnung. Der ,,Tag des offenen Denkmals" führt nicht nur die Schönheit
und Kostbarkeit von Kulturdenkmalen vor Augen. Vielmehr findet oftmals auch
eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Denkmalschutz statt. Im
Hintergrund steht dabei die Erkenntnis, daß nicht aus
passivem Wohlwollen Engagement erwächst, sondern aus bewußtem
Erleben und Erfahren. In Deutschland wurde der ,,Tag des offenen
Denkmals" erstmals 1993 bundesweit gefeiert. Die Koordination liegt bei
der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Kultusministerkonferenz, die
Landesdenkmalpfleger, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, das
Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, der Deutsche Heimatbund, die
Deutsche Burgenvereinigung, die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische
Kirche in Deutschland unterstützen die Aktion. Die europäischen Wurzeln...
Seinen Ursprung hat der ,,Tag des offenen
Denkmals" in Frankreich. Erstmals 1984 veranstaltet, war die Aktion dort
auf Anhieb ein großer Erfolg, der rasch auch andere europäische Länder mitriss.
So griff der Europarat den Gedanken auf und rief 1991 die ,,European Heritage Days" ins Leben, an denen sich 1994
bereits 24 Länder beteiligten; 1998 waren es 44, also fast alle, die auf der
europäischen Landkarte zu finden sind. Auf europäischer Ebene wird der
Denkmaltag durch den Europarat und die Europäische Union gefördert. Um sowohl
grenzüberschreitende als auch internationale Partnerschafts-Projekte im Rahmen
der European Heritage Days zu unterstützen, wird vom
Europarat jährlich ein europäischer Förderpreis (EHD-Award)
ausgeschrieben. |
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